Milchaufschäumer im Vergleich und Test

Traumschaum aus Milch: Die Baristi (Singular: Barista- Kaffee-Experte in der Gastronomie, vergleichbar mit dem Sommelier für Weine) haben ihn zur Philosophie erhoben: den Milchschaum. Seine Konsistenz, die Fein- oder Grob-Porigkeit, die verwendete Milchsorte, die Temperatur – unzählige Faktoren bestimmen die Qualität des fertigen Milchschaums. Mit am entscheidendsten ist aber in jedem Fall die gewählte Technik der Zubereitung. Der Barista bedient sich dabei in der Regel der Dampfdüse seiner Espressomaschine. Wer aber Milchschaum zu Hause selbst herstellen will, steht vor einem breiten Angebot an verschiedensten Gerätschaften. Die Palette reicht vom manuell betriebenen Aufschäumer bis hin zum Hightech-Milchaufschäumer mit Induktions-Technologie.

Schaumschläger oder Qualitätsprodukt? – Die Milchaufschäumer im Test

In den folgenden Testberichten haben wir für Sie fünf verschiedene Geräte zum Milchaufschäumen gründlich auf Herz und Nieren getestet. Bei unseren Bewertungen sind uns die von Kunden im Internet veröffentlichten Rezensionen sehr wichtig. Sie spiegeln den wirklichen Nutzen eines Gerätes und dessen Stärken und Schwächen im Alltagsgebrauch realistisch wieder. Für Sie als potentiellen Käufer eines Milchaufschäumers, sollen diese Testberichte wichtige Informationen liefern und eine Hilfe bei der Kaufentscheidung sein.

Cappuccino und Co. – was macht den Unterschied?

Vom Getränk zum Trend

Spätestens seit in Städten an jeder zweiten Straßenecke eine Starbucks- oder Tchibo-Filiale zu finden ist, weiß jeder: Kaffeetrinken ist trendy! Die einfache Frage: “Weiß oder schwarz, mit oder ohne Zucker oder nur mit Tasse?”, wird allerdings kaum noch gestellt. Abgelöst wurde sie in den letzten Jahren von rätselhaften Quizfragen, wie beispielsweise: ” Den Caramel Macchiato in Grande oder Venti?”. Ständig erweitern neue Kaffee-Kreationen das ohnehin schon unübersichtliche Angebot und tragen zur Verwirrung bei. Doch eins haben diese Kaffee-Exoten fast alle gemeinsam: Eine mehr oder weniger kunstvoll gestaltete Haube aus Milchschaum. Was dem Törtchen sein Sahnehäubchen, ist der Kaffee-Spezialität ihr Schaumkrönchen.

Tradition aus Italien

Dieser in Deutschland erst seit kurzer Zeit praktizierte Trend hat im Nachbarland Italien eine lange Tradition. Der dort bevorzugte Espresso wird in verschiedenen Variationen angeboten und oft mit Milchschaum veredelt. In der Grafik werden die in Italien am weitesten verbreiteten Kaffee-Varianten kurz vorgestellt.

Cappuccino und Co. – was macht den Unterschied?

Bis auf den schwarz getrunkenen Espresso und den Café Americano werden alle diese Varianten mit Milchschaum zubereitet. Damit Sie nicht nur im Café oder Bistro in den Genuss dieser geschmackvollen Kreationen kommen, bietet der Handel eine Reihe verschiedenster Geräte an, mit denen Sie zuhause ganz einfach Milch selbst aufschäumen können. Doch welches dieser Geräte ist am besten für Ihren individuellen Bedarf geeignet? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich folgender Beitrag, in dem die verschiedenen Arten Milch aufzuschäumen erläutert, und die dafür benötigten Utensilien vorgestellt und bewertet werden.

Milch aufschäumen – die verschiedenen Methoden

Von Laien und Profis

In Cafés und Restaurants wird Milchschaum üblicherweise mit der Dampfdüse der Espresso-Maschine erzeugt. Die Vorteile dieser Methode liegen klar auf der Hand: Es können beliebig große Mengen Milchschaum in kurzer Zeit hergestellt werden und das Gerät muss zwischen den einzelnen Arbeitsgängen nicht extra gereinigt werden. Allerdings setzt diese Methode zweierlei voraus: Den Besitz einer Espressomaschine oder eines Kaffee-Vollautomaten mit Dampfdüse und vor allem: viel Übung. Nicht ohne Grund finden sich im Internet unzählige Foren, Blogs und Anleitungen, in denen es ausschließlich um Milchschaum und dessen perfekte Zubereitung geht. Fachbegriffe wie “ziehen” und “rollen”, Diskussionsstränge über den richtigen Dampfdruck und Abhandlungen über Fett- und Eiweißgehalt von Milch lassen erahnen: Hier geht es um eine Wissenschaft für sich. Die Baristi, Profis der Milchschaum-Branche, erlernen ihr Handwerk durch jahrelanges Üben von der Pike auf. Für den interessierten Laien mag das alles zwar hochinteressant sein, hat aber mit der schnellen Zubereitung von Milchschaum für den Hausgebrauch wenig zu tun. Für den umweltbewussten Gelegenheits-Schäumer dürfte daher folgende Varianten von Interesse sein:

Manuelles Milchaufschäumen

Im Handel werden verschiedene Geräte zur Herstellung von Milchschaum durch reine Muskelkraft angeboten. In der Regel ähneln sie den bekannten Kaffeebereitern (z.B. von Bodum), bei denen das Kaffeepulver in einem Glaszylinder mit heißem Wasser aufgegossen wird. Nach einer gewissen Zeit wird der Kaffeesatz mit einem Sieb-Stempel auf den Boden des Gefäßes gedrückt und der fertige Kaffee kann abgegossen werden. Bei den Milchaufschäumern ähnlicher Bauart wird erhitzte Milch in den Glas- oder Metallzylinder gegeben. Einige Modelle können zum Erhitzen der Milch auch direkt auf den Herd gestellt werden. Dann wird der Deckel auf das Gefäß gesetzt. Durch eine kleine Öffnung im Deckel führt eine bewegliche Metallstange, deren oberes Ende mit einem Knauf versehen ist. Am unteren Ende (im Kannen-Inneren) befindet sich ein rundes, feinmaschiges Sieb mit einem minimal kleineren Durchmesser als die Kanne.

Zur Herstellung von Milchschaum wird dieses Sieb durch kräftige Auf- und Ab-Bewegungen des Knaufes durch die heiße Milch gedrückt und gezogen. Die dabei untergemischten Luftbläschen bilden in Verbindung mit der Milch einen feinen Milchschaum. Voila! Ganz ohne Strom kann Milchschaum genau in der gewünschten Konsistenz geschlagen werden. Vorteile dieser Methode sind die Unabhängigkeit vom Stromnetz und die selbstgewählte Schaum-Konsistenz. Als Nachteil könnte gelten, dass die Milch im Vorfeld separat erhitzt werden muss, und dass eine gewisse Kraftanstrengung notwendig ist. Eine altbewährte Methode, deren Wurzeln weit in die stromlose Zeit zurückreichen. Wenn Sie hier ein wenig neuzeitlichen Komfort vermissen, wird folgender Abschnitt für Sie interessant sein:

Elektrisches Milchaufschäumen

Seit der Trend zum Kaffeegenuss mit Milchschaum sich mehr und mehr durchsetzt, wird der Markt von einer Fülle verschiedenster Geräte und Maschinen zum Milchaufschäumen überschwemmt. Die Palette reicht vom kleinen batteriebetriebenen Stab-Gerät bis zum innovativen Hightech-Produkt. Exemplarisch sollen im Folgenden die beiden am weitesten verbreiteten Stand-Modelle kurz erläutert werden.

Elektrische Milchaufschäumer ohne Induktionstechnik

Obwohl diese Geräte sukzessive von Induktions-Modellen verdrängt werden, sollen Ihnen deren Vor- und Nachteile nicht vorenthalten werden. Im Erscheinungsbild ähneln diese Milchaufschäumer einem kleinen Wasserkocher. Auf einem Gerätesockel befindet sich ein zumeist aus Metall bestehendes Gefäß zur Aufnahme der Milch. Am Gefäßboden ist ein kleiner Quirl angebracht. Im Gefäßunterteil befinden sich ein Heizelement und ein Elektromotor für den Antrieb des Quirls. Über einen Kontakt am Gerätesockel wird die Stromzufuhr beim Aufsetzen der Kanne hergestellt. Diese Geräte produzieren in der Regel erstklassigen Milchschaum. Aufgrund der Antriebsmechanik mit Elektromotor und Welle sind sie jedoch im Betrieb wesentlich lauter als ihre Induktions-Kollegen. Auch die Reinigung gestaltet sich durch die im Gefäßboden integrierte Quirl-Halterung aufwändiger. Hier können sich Milch- oder Schaumreste leicht festsetzen. Ein Pluspunkt dieser Technik ist ihre höhere Leistung. Ein durch Induktion angetriebener Quirl erreicht niemals die Effizienz eines Direktantriebs mittels Elektromotor. Daher können in diesen Geräten in der Regel auch größere Mengen Milch zu Milchschaum verarbeitet werden als in Induktions-Geräten.

Auf einen Blick

Vorteile:

  • größere Kapazität als Milchschäumer mit Induktionstechnik
  • sehr gute Schaumqualität

Nachteile:

  • stärkere Geräuschentwicklung im Betrieb
  • schlechter zu reinigen
  • Milchgefäß heizt sich stark auf

Elektrische Milchaufschäumer mit Induktionstechnik

Äußerlich unterscheiden sich Geräte mit Induktionstechnik nicht wesentlich von ihren klassischen Kollegen. Die Unterschiede finden sich in der zum Erhitzen und Quirl-Antrieb genutzten Technik. Das Funktionsprinzip von Milchaufschäumern mit Induktionstechnik basiert auf den gleichen physikalischen Grundlagen wie das der bekannten Induktions-Kochplatten. Eine Spule im Gerätesockel erzeugt bei Stromdurchfluss ein Magnetfeld. Die davon freigesetzte Energie wird zum Erhitzen der im darüber befindlichen Gefäß enthaltenen Milch genutzt. Gleichzeitig wird durch das Magnetfeld der im Gefäßinneren eingesetzte Quirl in eine schnelle Rotationsbewegung versetzt und schäumt dadurch die erhitzte Milch auf. Dieser Verzicht auf ein klassisches Heizelement und einen Elektromotor bringt verschiedene Vorteile mit sich. Zum einen ist die Geräuschentwicklung im Betrieb durch den Wegfall mechanischer Teile wesentlich geringer. Zum anderen heizt sich das Milchgefäß nicht so stark auf.
Die einzige Wärmeentwicklung entsteht durch die Übertragungswärme der erhitzten Milch auf die Gefäßwand. Darüber hinaus lassen sich viele Milchaufschäumer dieser Bauart leichter reinigen. Da der eingesetzte Quirl-Aufsatz durch Magnetkraft in seiner Position gehalten und angetrieben wird, kann die dafür notwendige Halterung auch am Geräte-Deckel angebracht werden. Dadurch ist das Gefäß-Innere vollkommen glatt und frei von Ecken und Kanten. Hier können sich keine Milch- und Schaumreste festsetzen.

Einziger Nachteil dieser Geräte ist neben dem Preis der vergleichsweise schwächere Antrieb. Das Induktionsfeld verleiht dem Quirl-Aufsatz nicht das gleiche Drehmoment wie ein Elektromotor im Direktantrieb. Daher ist die maximale Milch-Aufnahme-Kapazität bei vielen Geräten vergleichsweise kleiner als bei Geräten mit Elektromotor.

© amenic181 / fotolia - Variety of cups of coffee and coffee beans ...
© amenic181 / fotolia – Variety of cups of coffee and coffee beans …

Auf einen Blick

Vorteile:

  • geringe Störanfälligkeit der Elektronik
  • hohe Laufruhe
  • leicht zu reinigen
  • Milch-Gefäß erwärmt sich nur leicht

Nachteile:

  • geringere Kapazität
  • höherer Preis

Energieverbrauch und Milchschaum-Temperatur

Hinsichtlich des Stromverbrauchs unterscheiden sich die Milchaufschäumer dieser unterschiedlichen Bauformen nur unwesentlich. Die meisten handelsüblichen Modelle mit oder ohne Induktionstechnik haben einen Energiebedarf von 400 bis 600 Watt. Auch die Temperatur des zubereiteten Schaums schwankt kaum. Da die zur Schaumbildung notwendigen Eiweißmoleküle der Milch ab einer Temperatur von ca. 60 °C zerstört werden, orientieren sich alle Milchschäumer an dieser Temperatur-Obergrenze.

© Kzenon / fotolia - Barista bereitet Cappuccino zu in seinem...
© Kzenon / fotolia – Barista bereitet Cappuccino zu in seinem…

 

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